Anwenderbericht

Anwenderbericht TechniSat Digital GmbH

Mehr als 1000 Aufträge am 1.Tag

Wer in Deutschland elektronische Kommunikationstechnik für den Consumerbereich produziert und im Weltmaßstab konkurrenzfähig vertreiben will, muss die internen Abläufe sicher und flexibel steuern können. TechniSat realisiert diese Anforderungen mit Hilfe des ERP-Systems proALPHA. Bereits am ersten Tag des Echtbetriebs wurden – rekordverdächtig – mehr als 1000 Aufträge abgewickelt. Die französische Niederlassung wurde innerhalb einer Woche installiert und live geschaltet.

Aufgrund der heterogenen IT-Strukturen und unterschiedlicher organisatorischer Rahmenbedingungen an den drei Produktionsstandorten, dem Entwicklungszentrum und der Zentrale waren unterschiedliche Fremdsysteme anzubinden. Beispielsweise ist das an einem Standort vorhandene, noch funktionsfähige PPS-System voll integriert.

Auch Teile der zentralen Finanzbuchhaltung laufen zunächst weiter, da diese auch verschwisterte Unternehmen wie ein Röhrenwerk und einen Verlag mit „versorgt“. Trotzdem greift hier TechniSat auf die Offene-Posten-Verwaltung und die Funktionen für den Zahlungsverkehr in proALPHA zurück. Eine komplette Umstellung ist für einen späteren Zeitpunkt geplant, da beispielsweise das Röhrenwerk derzeit noch in der Planungsphase zur Installation von proALPHA als Komplettlösung steckt.

Trotz der speziellen Anbindungen und sonstigen Restriktionen wurde der Terminplan exakt eingehalten: Am 1. Dezember 1999, knapp fünf Monate nach Vertragsunterzeichnung, ging das System in den Echtbetrieb.

Logistik und Kundenbeziehungen im Fokus

Maßgeblichen Anteil am Erfolg in so schnellen Märkten wie TechniSat sie bedient, haben ausgefeilte und schnelle Methoden der Kundenkommunikation. Den deshalb vielleicht wichtigsten Bestandteil der Lösung bilden integrierte Komponenten rund um e-Commerce und Customer Relationship Management (CRM). So sorgt eine Anbindung an German Parcel Logistics für den reibungslosen Datentransfer zum wichtigsten Distributionspartner und damit für die schnellstmögliche Auslieferung bestellter Waren. Derzeit in Vorbereitung ist die direkte Anbindung der beiden Kundengruppen: Endanwender und Händler.

Endkunden können in einem mit Hilfe der Webspeed-Technologie kreierten Shop direkt Informationen über die aktuellen Produkte abfragen und spezielle Systeme konfigurieren. Händler können im B-to-B-Bereich direkt und jederzeit Lieferfristen und den Status jedes Auftrags abfragen. Hier wird auch die Rechnungsstellung abgewickelt. In beiden Fällen sind die Funktionalitäten jedoch nicht – wie üblich – als separate Module vor das ERP-System gehängt, sondern voll integriert. Die Bedieneroberflächen entsprechen exakt denen der anderen proALPHA-Module, es findet keine redundante Datenhaltung in Shop und ERP-System statt. Alle Informationen fließen nicht aus einer separaten Datenbank, sondern online aus der zentralen proALPHA-Datenbank.

Bereits heute werden durchschnittlich 500 bis 800 Aufträge mit jeweils fünf bis zehn Positionen täglich abgewickelt. Mit zunehmendem e-Commerce wird die Zahl der Aufträge voraussichtlich steigen, auch und vor allem durch den erleichterten europaweiten Vertrieb. Auf der anderen Seite wird mittelfristig der schon heute übliche weltweite Einkauf von Komponenten vereinfacht.

Eine Perspektive ergibt sich aus der Möglichkeit, ein Call-Center mit der ERP-Technologie zu verbinden. Die am Telefon gewonnenen Daten lassen sich direkt und online im ERP-System weiterverarbeiten. Auch hier ist keine redundante Datenhaltung in einem separaten System notwendig – und damit kein Datenabgleich. Im Gegenzug können die Mitarbeiter anrufenden Kunden sehr kompetente Auskunft geben, weil sie auf den gesamten für sie freigegebenen Datenbestand im ERP zugreifen. Die Datenbestände sind immer topaktuell, weil keine batchorientierte Datenaktualisierung in einem Subsystem notwendig ist.

Aber auch auf den klassischen Vertriebswegen gibt es effiziente Unterstützung. Für die Verkäufer lassen sich beliebig strukturierte, aussagekräftige Reports zusammenstellen, von einer Auflistung der wichtigsten Kunden in den letzten drei Monaten über den Absatz besonders gewinnträchtiger Produkte in verschiedenen Regionen bis zur Reklamationsquote einzelner Händler. Auch dieses Instrument ist ein wichtiger Schritt, um dem CRM-Gedanken Leben einzuhauchen.

Vernetzung per ISDN

Ein Hauptnutzen der ERP-Installation ist die Möglichkeit für alle Unternehmensteile, ein sehr schnelles, aktuelles und übergreifendes Informationsmedium nutzen zu können. TechniSat hat alle Standorte per ISDN vernetzt, eine einfache, schnell und kostengünstig ausbaubare Kopplungsmöglichkeit. Selbstverständlich wäre auch die Zusammenarbeit per Internet möglich.

Die bislang letzte Anbindung betrifft den französischen Standort. Per Remote-Anbindung arbeiten die Franzosen mit ihrer französischsprachigen proALPHA-Version als eigenständiger Mandant auf dem deutschen Server. Auch diese Anbindung gelang innerhalb eines Wochenendes.

Die gesamte Installation hat drei bis vier Mitarbeiter der EDV-Abteilung von TechniSat beansprucht sowie jeweils einen Projektberater und Programmierer von proALPHA. Damit blieben die Kosten überschaubar, was angesichts der Risiken, beispielsweise aus dem Zwang zu Datenübernahmen aus verschiedenen Vorläufersystemen, ausgesprochen wichtig war. „Bei Hard- und Software wurde nicht geknausert.

Trotzdem wurde der Kostenrahmen von knapp 300.000 DM dank sehr effizienter Arbeit nicht überschritten. Als besonders positiv und hilfreich hat sich die von proALPHA verwendete Entwicklungsumgebung Progress heraus gestellt,“ zieht Eugen Satoris sein Resumee.