Einführung von proALPHA – historischer Moment für die Bürstner GmbH
Die Geschichte einer Kraftanstrengung und eines Glücksgriffs
Seit über 50 Jahren entwickelt und produziert die Firma Bürstner Caravans (www.buerstner.com). Seit 25 Jahren auch Reisemobile. Dabei verbindet das Unternehmen Tradition mit innovativen Lösungen. Vor zwei Jahren begann man bei Bürstner die mittlerweile 25 Jahre alte Software durch eine neue, moderne ERP-Lösung zu ersetzen. Diese führte das Unternehmen nicht nur in ein neues IT-Zeitalter, sie bildet auch die Grundlage dafür, dass Bürstner den steigenden Anforderungen gerecht werden kann. Die vielfach ausgezeichnete Innovationskraft – z. B. mit dem European Innovation Award 2011 – setzt sich so im Unternehmen fort.
Mit der Entwicklung des ersten Wohnwagens, liebevoll „Delfin“ genannt, betritt Bürstner 1958 die Welt der Caravans. Die Erfolgsgeschichte des im südbadischen Kehl beheimateten Unternehmens beginnt. Nachfrage, Fan-Gemeinde und Produktion wachsen in den Folgejahren stetig, die Modellreihe wird erweitert und ein Werk im französischen Wissembourg erworben, um zusätzliche Produktionskapazitäten aufzubauen.
Angespornt vom Erfolg und mit dem Blick für zukunftsträchtige Produkte bringt Bürstner in Pioniermanier immer wieder Neuheiten auf den Markt, so zum Beispiel das erste Reisemobil in der klassischen T-Modell-Bauweise – mit einem integrierten Hubbett. Um das Unternehmen langfristig in der Erfolgsspur zu halten, wechselte Bürstner im Jahr 2009 auf die ERP-Komplettlösung proALPHA, die der Kaiserslauterer Spezialist für Geschäftsprozessoptimierung ALPHA Business Solutions einführte. Seitdem laufen in fünf Standorten alle Prozesse der Bereiche Vertrieb, Einkauf, Rechnungswesen, Logistik, Materialwirtschaft und Produktionsplanung über die Software.
Software strafft Produktion und sorgt für aktuelle Zahlen
„Das alte System konnte z. B. nicht mit einer regelbasierten Stückliste oder einem flexiblen Konfigurator dienen, wohl aber das neue“, beschreibt IT-Leiter Hubert Zimmermann eine der Überlegungen, die das Unternehmen zum Wechsel veranlasste. Stellt heutzutage ein Vertriebsmitarbeiter ein Fahrzeug aus den rund 4.000 unterschiedlichen Teilen zusammen, kann er stets auf aktuelle und richtige Stücklisten zugreifen.
Diese müssen nicht mehr jedes Jahr neu angelegt werden, sie aktualisieren sich gewissermaßen übers Jahr verteilt, werden wie die Teilestämme und technischen Zeichnungen auch via CAD (computer-aided design) generiert und über Freigabemechanismen automatisch an die ERP-Lösung übermittelt. Teile, die nicht vorrätig sind, werden automatisch, meistens per EDI (Electronic Data Interchange), bestellt. Das gesamte Management der über 500 Lieferanten ist mit der neuen Lösung einfacher, transparenter und effizienter.
Darüber hinaus unterstützt proALPHA die auftragsbezogene Fertigung des Unternehmens, was die Lagerbestände reduzierte und die Chassisverwaltung vereinfachte. Eingesetzte Barcode-Scanner erfassen jede Materialbewegung im Lager und in der Produktion. Somit ist dessen Einsatz akkurat dokumentiert und im System hinterlegt.
„Der Logistikbereich ist ähnlich anspruchsvoll wie die Automobilindustrie“, erklärt Zimmermann. Es gehe immer darum, das richtige Material zum geforderten Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu haben. proALPHA kann dies gewährleisten, indem es Fahraufträge oder Umbuchungen per WLAN an die mobilen Endgeräte der Logistikmitarbeiter übermittelt. Dadurch habe sich die Bestandsqualität eindeutig verbessert.
Durchgängige Intercompany-Prozesse erleichtern das Geschäft
Aber noch ein weiterer Grund sprach für einen Wechsel auf eine Standardsoftware. Die Geschäftsleitung des Mutterkonzerns Hymer wollte für alle Standorte eine unternehmensweit einheitliche Systemlandschaft aufbauen. Bei mehreren zu einer Gruppe gehörenden Unternehmen müssen die Intercompany-Prozesse stimmen. Die Waren- und Werteflüsse untereinander oder mit der Zentrale müssen reibungslos ablaufen. Aufträge und Änderungen müssen allen Beteiligten jederzeit vorliegen.
Darüber hinaus sind bilanzrechtliche Aspekte zu berücksichtigen, Konzernabschlüsse müssen konsolidiert werden. „Einige unserer Abläufe wären ohne die Software kaum zu bewältigen“, urteilt IT-Leiter Zimmermann.
Einzig beim Produkt-Daten-Management (PDM) wurde von Unternehmensseite aus eine Ausnahme gemacht. Dieses wurde beibehalten, da es erst einige Jahre zuvor in der gesamten Unternehmensgruppe eingeführt wurde.
Partner erweist sich als Glücksgriff
Als strategischen Einführungspartner wählte Bürstner ALPHA Business Solutions, was sich als „Glücksgriff“ erwies. „ALPHA Business Solutions hat unsere Anforderungen von Anfang an sehr gut verstanden und umgesetzt. Es war ein Projekt wie aus einem Guss“, resümiert er. Dies war auch notwendig, wie er gesteht. Denn das Unternehmen hatte durch die lange Laufzeit seines Altsystems keine hinreichende Erfahrung mit einem solchen Projekt. Nach einigen Auswahlrunden sind erst zehn und schließlich zwei Softwarelösungen übriggeblieben, von denen sich Bürstner jeweils einen Prototyp bauen ließ.
„Den Ausschlag gab letztendlich das Gefühl, bei ALPHA Business Solutions in Summe bestens aufgehoben zu sein“, berichtet Zimmermann. So sei das Unternehmen zum Beispiel in der Lage gewesen, die speziellen Anforderungen des Unternehmens in den Prototyp aufzunehmen und dort abzubilden. Das habe Eindruck hinterlassen.
Im Prozess dabei waren immer auch die 12 Key-User, die IT-Leiter Zimmermann mit Best Practices aus ihren Bereichen unterstützten und im Anschluss auch die 300 Mitarbeiter schulten, die aktuell mit dem System arbeiten. Damit hätten sie wesentlich zum reibungslosen Projektverlauf beigetragen, so Zimmermann.
Sein Fazit fällt daher auch unweigerlich positiv aus:
„Es ist uns hervorragend gelungen, CAD, PDM und ERP zu integrieren. Trotz der guten Vorbereitung und Unterstützung von ALPHA Business Solutions war das Projekt für uns eine Kraftanstrengung, das darf man nicht vergessen. Diese haben wir erfolgreich gemeistert – und das gänzlich ohne Produktionsausfall. Wir sind absolut zufrieden und sicher, dass sich die Investition für uns langfristig rechnet.“


